Kein Anfang?

Warum nicht damit Anfangen die Realität anzuerkennen

Gedankensplitter : Scientabilität braucht man nicht

3 Kommentare

Nachdem ich vor kurzem darüber geschrieben habe, dass für Homöopathie Alles-Oder-Nichts gilt (hier) kam sofort der Kommentar, dass dazu das Konzept der Scientabilität eingeführt wurde. Das stimmt natürlich, denn genau dazu wurde es eingeführt, doch es zeigt auch, dass man dieses Konzept gar nicht braucht. Inzwischen habe ich endlich die ganzen Artikel über dieses Thema im Skeptiker 2014/1 gelesen. Ich würde sagen es ist offensichtlich so, dass es für mich als allgemeine gültige Tatsache feststeht, dass man für Homöopathie und auch den Rest der Alternativmedizin das Konzept nicht braucht, damit klar ist, das diese „Verfahren“ wertlos sind.
Denn etwa Homöopathie ist theoretisch unmöglich, intern widersprüchlich, praktisch nicht nachgewiesen, … .

Wozu also das Ganze?
Es ist ein neuer Fachbegriff, mit dem dem Laien etwas klar gemacht werden soll, dass sowieso schon klar ist. Es ist quasi ein Marketinggag.  Damit werden die Alternativler in die Defensive gedrängt, also wird versucht den Spieß umzudrehen. Das ist einmal OK, andererseits finde ich nicht, dass man die gleichen Methoden verwenden sollte wie die Esoteriker. Denn genau das ist es, man versucht nicht den Leuten den aktuellen Zustand nahezubringen, sondern man schafft ein neues super klingendes Wort, dass die Leute verwirrt, unsicher macht. Das ist genau die Methode, der Alternativmedizin, die ständig neue Namen für alte Dinge verwendet. Mir gefällt das einfach nicht, selbst wenn ich die Aussagen die dahinter stecken, unterschreiben würde.

PS.: Ich wollte diesen Artikel so oder so schreiben, der Kommentar diente mir nur als willkommene Anknüpfung. Daher meinem Dank an den Kommentator.

Also macht aus der Erde eine Scheibe, dann können wir wieder über Homöopathie reden.

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3 Kommentare zu “Gedankensplitter : Scientabilität braucht man nicht

  1. … und zwar habe ich Folgendes geschrieben:

    Scientabilität ist überflüssig

    Der Blogger der Seite „Kein Anfang“ hat ein gutes Motto: „Warum nicht damit Anfangen die Realität anzuerkennen“. Für ihn ist „Homöopathie theoretisch unmöglich, intern widersprüchlich, praktisch nicht nachgewiesen, …“. Entsprechend sei das Konzept der Scientabilität unnötig. Es sei quasi nur ein Marketinggag, der versuche, den Spieß umzudrehen.

    Im Grunde stimme ich zu. Auch ich gehe davon aus, dass es eine erkennbare und nicht verhandelbare Realität gibt. Und wenn man konsequenterweise für eine bestimmte Frage, etwa ob ein C30-Mittel wirken kann, die a-priori-Plausibilität gleich Null setzt, ist die Aussage, dass das Mittel nicht wirken kann, durch kein Experiment der Welt zu erschüttern. Dann sind nicht nur klinische Studien irrelevant, sondern auch Grundlagenexperimente. Dann kann übrigens auch die GWUP, die den Anspruch erhebt, parawissenschaftliche Phänomene zu untersuchen, ihren Laden dicht machen.

    Ich habe das Konzept der Scientabilität eigentlich vor allem entwickelt, um die Methodik der evidenzbasierten Medizin zu schützen. In den Beiträgen zur Scientabilität habe ich auch eingeräumt, dass ich das Problem der Aussagekraft von Studien aus der Medizin nur in die Biologie und Physik verlagere, aber nicht löse. Denn wie sollte ein Grundlagenexperiment aussehen, das die Wirkung eines C30-Mittels belegen könnte?

    An diesem Punkt bin ich gerade in einer Diskussion mit Cornelia Bajic, der Vorsitzenden des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte (DZVhÄ). Sie hat sich in einer WDR-Talkrunde mit mir bereit erklärt, sich auf ein Grundlagenexperiment nach meinen Vorstellungen einzulassen. Ich habe dann ein entsprechendes Konzept geschrieben, und jetzt kam die berechtigte Frage, ob ich denn ein positives Ergebnis anerkennen würde.

    Ich habe geantwortet: „Wenn es unwahrscheinlicher als ein Lotto-Sechser ist (1:14 Millionen), dass es sich um ein zufälliges Ergebnis handelt (und die Studie sauber ist), werde ich öffentlich anerkennen, dass homöopathische Arzneimittel wirken könnten.“ Selbst dann wäre das Ergebnis zwar immer noch kein Beweis, und dass die Studie dann eben doch nicht sauber gemacht wurde, wäre immer noch eine weit plausiblere Erklärung für ein positives Ergebnis, als dass C30 wirkt. Aber so hoffe ich, Frau Bajic zu dem Versuch zu bewegen.

    Ich weiß, lieber Blogger von „Kein Anfang“, das ist alles etwas inkonsequent, aber vielleicht doch ein pragmatischer Ansatz, den wissenschaftlichen Anspruch mancher Homöopathen in bessere Bahnen zu lenken. Denn vielleicht überzeugt es ja doch den ein oder anderen, wenn sich in einem ganz simplen Versuch zeigt, dass zwei homöopathische Mittel nicht unterschieden werden können. Denn darum geht es in dem Versuch, den ich demnächst hier [auf meiner Facebookseite] beschreiben möchte.

    Viele Grüße
    Christian Weymayr

  2. Pingback: Psiram » Die Scientabilität, die Homöopathie und die Wissenschaftsbasierte Medizin. 1. Kritik und Kritiker

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