Kein Anfang?

Warum nicht damit Anfangen die Realität anzuerkennen

Theoretische Theorie: Information

Ein Kommentar

Diesmal wird alles sehr informell. Mal sehen ob ich Informationen zu ihnen übertragen kann.

Doch mal im Ernst. Wenn man sich mit Esoterik beschäftigt, dann taucht immer wieder der Begriff Information auf. Information ist ja wenn man sich das anhört ein Superding. Sie kann Leute heilen, beeinflusst unser Leben und auch mal das ganze Universum, ist unzerstörbar, aber doch wieder beeinflussbar, … . Information ist eben immer eine beliebte Erklärung. Zusammen mit der Quantenmechanik soll alles möglich sein. Da wird schnell einmal Information vom Arzt über ein Medikament zum Patienten übertragen. Medikamente sollen sich die nötigen Informationen speichern und meist sogar NUR die Information die wir gerade brauchen. Also entweder weiß das Medikament schon was in Zukunft gebraucht wird, oder aber die gespeicherte Information ändert sich mal schnell, wenn ein Patient andere Information braucht.

Lassen Sie sich nicht täuschen!

Das Alles kann Information nicht.

Wir leben im Zeitalter der Informationsübertragung. Ständig wird dauernd gewaltige Mengen an Information über die Erde hin und hergeschaufelt, gespeichert, verarbeitet und vernichtet. Wir können Informationen fast vom Anfang des Universums erhalten und aus der Dinosaurierzeit. Wie kann ich da nur behaupten, dass Informationen nicht so einfach gespeichert werden können, verändert oder vernichtet?

Fangen wir mal mit dem Begriff Information an. Besser wäre es von Daten(-sätzen) zu reden. Information ist alles, was man sich merken, kann, aufschreiben, aufmalen, sprechen, singen, tanzen, …, all das ist Information. Für Information brauche ich eine „Kodierung“ sonst ist sie sinnlos. Sprache und Schrift sind solche Kodierungen. Wenn ich sie nicht verstehe, dann ist die Information sinnlos. Für mich ist Chinesisch vielleicht schön anzusehen, aber verstehen tu ich nichts. Schon da sieht man, dass gewisse esoterische Methoden Schwachsinn ist. Wie soll etwa das Wasser in einem Glas lesen, was wir auf einen Zettel schreiben? Selbst wenn wir mal annehmen das Wasser könnte denken und lesen, warum sollte es unsere Schriftzeichen und unsere Sprache verstehen? Vielleicht versteht Wasser ja nur Hindi,Inuktitut oder Althebräisch? Dann sind alle Zettel, die wir mit Namen von Homöopathika versehen und unter das Glas legen sinnlos. Doch was wenn das Wasser sogar das kann, aber woher soll es denn wissen was „Natrium chloratum“bedeutet, wo doch jeder weiß, das Kochsalz Natriumchlorid ist.

Um Information übertragen zu können, braucht man also einen Sender, einen Kanal und einen Empfänger. Zusätzlich müssen sich Sender und Empfänger noch verstehen. Falls ich die Information auch noch speichern will, muss man das Zeug auch noch irgendwie kodiert in eine materielle Form bringen. Das kann unser Gedächtnis sein, ein Buch, eine Steintafel, eine DVD oder ein Flashspeicher. Egal wo, immer speichert Materie diese Daten. Das kann man auch leicht sehen. Wenn man die Trägermaterie verändert, ist die Information weg. Warum sollte es dann etwa einem Wasser anders gehen, wenn man es schüttelt und immer stärker verdünnt. Es geht jetzt gar nicht darum das (flüssiges) Wasser keine Möglichkeit hat Daten zu speichern (was auch der Fall ist), sondern das etwa durch den Prozess des Potenzierens diese Information wieder vernichtet wird. Schütteln ist ein entropischer Prozess, es wird also Unordnung erzeugt. Doch um Informationen speichern zu können, braucht man Ordnung. Potenzieren kann man sich etwa so vorstellen. Ich schreibe etwas 1000x auf eine Seite und dann lege ich 9 leere Seiten dazu. Danach zerreiße ich die Papiere in zehn Teile, mische noch einmal und entferne dann soviel von dem Papierhaufen, dass etwa genug Material für 1 Seite überbleibt. Danach gebe ich wieder 9 Seiten dazu, zerreiße und mische, ….

Wenn ich das jetzt etwa vier Mal mache, sollte vom ursprünglichen Text nichts mehr in dem Haufen sein. Wir haben nur mehr leere Papierfetzen, wenn wundert das? Obwohl doch die Teile mit dem Text ständig mit den Teilen ohne Text gerieben haben, wird niemals auf wundersame Weise die Schrift auf das unbeschriebene Papier übertragen. Klar würde wohl jeder sagen, doch warum sollten dann Wassermoleküle das machen, was Papier nicht macht?

Zwischen Molekülen gibt es keine Informationsübertragung.
Es gibt nur Wechselwirkungen. Einfach gesprochen, wenn sich Moleküle begegnen, wechselwirken sie. Ja nachdem können verschiedenste Sachen passieren, doch wenn sie keine Chemische Reaktion eingehen, sind die Moleküle nachher genauso wie vorher. Im Wasser etwa wechselwirkt H2O ständig mit anderen Molekülen, doch genauso oft trennt es sich wieder und bekommt sich neue Partner. Je nach dem mit wem es wechselwirkt und mit wie vielen anderen Molekülen es das gleichzeitig tut, ändert sich auch. Die Zustände vorher sind vergessen, ausgelöscht. Das gilt natürlich für alle Moleküle, Atome und noch viel mehr. Wir haben es daher nicht mit Information zu tun, sondern mit Zuständen. Wir Menschen (aber nicht nur) nutzen solche Zustände um Informationen speichern zu können, sie zu verarbeiten und auch um sie zu transportieren. Zustände sind die Grundlage jeder Information, das ist wahr, aber was wir brauchen sind stabile Zustände. Schrift auf Papier kann Jahrhunderte überdauern, wenn aber die Tinte verblasst, oder das Papier zerfällt, ist es den Molekülen vollkommen egal, dass sie vielleicht ein wertvolles Kulturgut vernichten, sie ändern aufgrund von Wechselwirkungen nur ihren Zustand, so wie sie es aufgrund der Natur tun müssen.

Daher kann Wasser oder Papier nicht lesen und merken können sie sich schon gar nichts. Schön wäre es, denn dann könnten wir wohl in einem Tropfen Wasser, alle Daten der Welt unterbringen und dann noch über Laktose leeren und alles wäre noch da, wenn wir das Zeug zu uns nehmen. Vielleicht würden wir dann vielleicht alles Vergessen was wir vorher schon wüssten, aber alles was wir vorher nicht gewusst haben, wäre in uns gespeichert. Wäre doch besser als ewig in die Schule zu gehen und noch besser als Wikipedia. (Verzeihung für den leichten Anflug an Sarkasmus.)

Doch selbst wenn das noch nicht wäre. Mit Quantenmechanik kann man damit auch nichts erreichen.

INFORMATIONEN KÖNNEN NICHT MIT QUANTENMECHANIK ÜBERTRAGEN WERDEN

Noch mal langsam. Wenn ihnen jemand verkaufen will die Informationen werden dadurch übertragen, dass ja alles verbunden ist, oder über eine Art der Verschränkung, dann glauben sie ihm nicht. Das Grundprinzip ist simpel. Diese Übertragungen geschehen sofort, also quasi in Nullzeit. Damit daraus keine Zeitmaschine wird, darf nichts Materielles und keine Information übertragen werden. So simpel ist das. Was übertragen wird sind Zustände. Doch auch nicht einfach so. Nur zwei bereits verbundene „Teilchen“, die noch keinen definierten Zustand haben, können, nein MÜSSEN dann gemeinsam ihren Zustand festlegen, wenn eines der beiden Teilchen dies tut. Dies passiert sofort. Es gibt nichts, das irgendeine Information von einem Ende zum anderen Ende weiterleitet. Damit kann auch keine Heilwirkung übertragen werden. Somit ist die „Schwache Quantenmechanik“ oder jede andere derartige Vorstellung ebenso schwach wie ihr Name.

Also um es noch einmal zusammenzufassen. Informationen werden NUR in Zuständen gespeichert. Zustände können sich ändern und damit die Information zerstören. Information lässt sich nur kopieren, wenn es gelingt idente Zustände erzeugen. Dafür braucht man immer Energie. Der Transport von Information ist nur möglich, wenn man Zustände findet, die sich von einem Ort zum anderen bewegen (lassen). Etwa Brieftauben, Läufer, Pferde oder auch Photonen.

Wer ihnen irgendwelchen Schmarrn mit Information oder Quantenphysik erklären will, glauben sie ihm nicht. Wasser kann nicht lesen und Deutsch versteht das Universum garantiert nicht.

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Ein Kommentar zu “Theoretische Theorie: Information

  1. jaja, das wassergedächtnis. Erschräckend wenn man bedenkt, wenn nur durch zufall mal ein wenig HCN in ein quelllauf gelangt und dort durchgeschüttelt und vermengt und verdünnt hochpotenziert ins meer gelangt und ich dann den unglückseligen lachs esse der das wasser verschluckt hat.. nicht auszudenken was da alles passieren könnte, oder momentmal, es ist ja tatsächliich auszudenken und – nun ja – es passiert irgendwie nichts, also irgendwas kann an dieser potenzsache und dem gedächtnis nicht so ganz stimmig mit der realen welt sein..

    ein wichtiger punkt mit der quantensache wäre da auch noch zu nennen: für eine solche „informations übertragung“ müsste es genau so viele zustände irgendwo geben, die dann zu mir übertragen weden. Problem ist da offensichtlich das da nirgens ein großes becken mit „sende informations“-teilchen gibt. man bräuchte also eine art kopierer, jaja das schütteln ist klar, aber welcher prozess sorgt denn noch gleich dafür, dass die gewünschte „information“ NaCl kopiert wird und nicht etwa die „information“ von – hm – SiO2 (ausm Glas halt)?
    und naja ungeordnetes „kopieren“ wurde ja im artikel prinzipiel schon beschrieben, entropie/informationsverlusst/ungeordnetes kopieren nennt es wie ihr wollt.

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