Kein Anfang?

Warum nicht damit Anfangen die Realität anzuerkennen

Die Nullhypothese und die eigenen Vorurteile?

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Die Nullhypothese (siehe dazu auch den Artikel „Diese böse Nullhypothese“) ist ja das Weltmodell (nicht das Weltbild!!), bei dem wir einfach alles so annehmen wie es ist, aber OHNE den Effekt den wir untersuchen wollen. Also etwa um zu testen ob ein Tier selektiert wurde, nimmt man die Modelle der Populationsgenetik einmal mit und einmal ohne Selektion und hat damit im zweiten Fall die Nullhypothese. Wenn man die Daten auch OHNE Selektion erklären kann, dann muss man (so schade es ist) die These das Selektion im Spiel ist fallen lassen, so sehr man daran glaubt und egal wie sehr man es sich wünscht. Sogar dann, wenn man dann nicht genug Publikationen zusammenbekommt um seine Forschungsförderung verlängern zu können.

Mit der Nullhypothese kann aber auch noch mehr:

Man auch leicht seine eigenen Vorurteile testen.

Gut das mag ab jetzt nicht 100% wissenschaftlich sein, aber ist schon einmal ein guter Anfang. Das Problem mit Vorurteilen ist es ja, dass man automatisch die Argumente die FÜR die eigene Meinung sprechen anerkennt, die DAGEGEN aber abwertet. Das ist menschlich und normal und ein Grund für das komplizierte Ritual der Wissensbildung in der Wissenschaft.
Das alle gilt unabhängig ab es sich um Evolution, Quantenmechanik, Chemie, Atomkraft, Religion, Astrologie, Homöopathie, … handelt. Wir werden immer unsere Meinung überbewerten und die andere Seite abwerten. Doch was gewinnen wir damit außer, dass wir unsere Vorurteile bestärken?

Also kann man einen einfachen Trick versuchen, wenn man es ehrlich macht und sich nicht versucht dabei zu beschummeln, denn Selbstbetrug ist ja auch eine Form des Betruges, wenn auch nicht strafbar.

Man dreht einfach die Annahmen um!

Also wenn ich daran glaube das uns dauernd Außerirdische besuchen, dann nehme ich an, dass Sie es NICHT tun, wenn ich dagegen glaube das uns keine Außerirdischen besuchen nehme ich an, dass Sie ständig kommen. Der Homöopathie-Befürworter untersucht die Welt OHNE Homöopathie, wer sie ablehnt muss annehmen, dass es Homöopathie gibt.
Danach versuche ist festzustellen, ob wir diese Nullhypothese ablehnen müssen oder nicht. Wenn wir es können, dann können wir unseren alten „Glauben“ beibehalten, wenn es nicht möglich ist, dann sollten wir tiefgründig darüber nachdenken. Mit nachdenken meine ich wirklich versuchen die eigene Meinung zu überwinden und eine neue zu bekommen, nicht nur weitere Gründe zu finden warum ich doch recht haben könnte.

Machen die Esoteriker, die nicht akzeptieren können, dass die Welt anders sein kann, als sie es ist. Klar man kann immer schöne Worte für die eigene Meinung finden doch 1+1=2 und die Erde ist nun mal keine Scheibe. Besser im Zweifel GEGEN den Angeklagten gilt hier.

Ich selber hab es so einmal probiert. Mir war aufgrund meiner Ausbildung klar, dass Homöopathie nicht funktionieren kann, aber ansonsten war ich durchaus sehr alternativ und durchaus esoterisch. Privat lernte ich dann Leute kennen, die scheinbar überzeugende (Fall-)Beispiele waren das Homöopathie gewaltiges vermag. Also warum nicht darüber nachdenken? Also drehte ich meine Nullhypothese bewusst um und untersuchte was passiert wenn man annimmt, dass Homöopathie tatsächlich wirksam ist. Daran drohte ich fast zu zerbrechen. Mein Weltbild zerbrach und egal was ich versuchte, die Möglichkeit, dass Homöopathie wirksam ist schmolz jedesmal dahin, wie Butter in der Sonne. Einen Teil der Überlegungen habe ich bereits in meinen „Homöopathischen Spaziergängen“ veröffentlicht. Inzwischen habe ich gelernt, dass kritisches Denken die einzige Möglichkeit ist um sichere Informationen zu erhalten. Doch es war ein dornenreicher und schmerzhafter Weg.

Also wenn SIE sich ganz sicher sind, dass ihr Glauben der Richtige ist. Drehen Sie Ihre Nullhypothese um. Vielleicht kommt wieder das gleiche heraus was sie zu Anfang dachten. Lehrreich ist es allemal.

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